JOHANNES LANDSCHAUER
Ein Auge für Motive
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REISEBERICHT SÜDAFRIKA
Unglaubliche Erlebnisse Tag für Tag sorgen für unvergessene Momente
Für die erste und letzte Nacht in Südafrika habe ich die Thokozani Lodge ausgesucht, weil sie nur 10 Autominuten vom Flughafen Kruger/Mpumalanga entfernt liegt. Holger, der Besitzer der Lodge war sehr entgegenkommend und hat für uns das Abendessen zubereitet, obwohl er eigentlich nur B&B anbietet. Die erste Nacht war sehr kalt, 15°C im Zimmer, ohne Heizung. Holger hat uns aber in der letzten Nacht einen Heizstrahler zur Verfügung gestellt, nachdem wir dezent darauf hingewiesen haben. Das Moskitonetz war auch für ein Einzelbett gedacht, daher konnten wir es nicht verwenden. Alles in allem würde ich mich das nächste Mal dann eher doch für eine andere Unterkunft entscheiden. Panoramaroute & Blyde River Canyon Dieser Teil unserer Reise ist ebenfalls als Rundreise geplant und so führt uns der erste Tag in Südafrika in Richtung Norden zum Blyde River Canyon - entlang der Panoramaroute zuerst zum Pinnacle, anschließend zu God´s Window, Lisbon Falls, Berlin Falls und Bourne´s Potholes. Auf dieser Strecke könnte man sich noch einiges mehr ansehen, aber das wäre für einen Tag zu viel und ehrlich gesagt hat es uns dann doch nicht so begeistert, dass wir dort mehrere Tage verbringen möchten. Diese tolle Aussicht (Bild links oben) auf die „Three Rondavells“ hat man vom Blyde River A Forever Resort. Die Bungalows sind auch für Selbstversorger geeignet. Wir ziehen allerdings die Buffetvariante vor und das Angebot war OK, nicht mehr und nicht weniger. Outer Kruger Nationalp / Timbavati - Umlani Bushcamp Auf einer Art Bergstraße fahren wir am nächsten Tag talabwärts und lassen das Hochplateau des Blyde River Canyons hinter uns. Vorbei an Orangenplantagen geht unser Weg in Richtung Kruger Nationalpark, wo wir gegen 13:00 Uhr im Umlani Bushcamp - Timbavati/Outer Kruger ankommen. Tja, wie soll man Umlani in Worte fassen. Ein Bushcamp im Outback, im Boma brennt den ganzen Tag ein Lagerfeuer, dort gibt es auch immer frischen Kaffee. Nach dem Evening-Gamedrive trifft man sich dort auf einen Drink, bevor man gleich nebenan das Abendessen einnimmt. Wie immer im Busch, werden wir in der Dunkelheit von einem Guide zur Hütte gebracht. Wir haben uns für ein EcoHut entschieden - eine von zwei Hütten, die gemauert sind - Dusche und WC befinden sich allerdings im Freien. Bei den anderen 8 Hütten befinden sich anstatt den gemauerten Wänden dicke Bambusstäbe, das war uns dann im südafrikanischen Winter doch zu kalt. Es gibt aber auch die Möglichkeit in einem Baumhaus zu schlafen, das neben einem Wasserloch aufgebaut ist. Aufgrund der Jahreszeit verbringen wir lieber ein paar Stunden um die Mittagszeit hoch oben im Baum und beobachten Zebras, Giraffen, Büffel, Kudus und Impalas am Wasserloch. Unser Guide ist Amos, ein sanfter Riese, dessen Ruhe und Gelassenheit uns während der Game Drives sehr angenehm ist. Apropos Game Drives - wir haben das Glück, dass derzeit eine Löwenfamilie mit 10 Jungen in der Nähe ist, die wir regelmäßig beim Trinken, Spielen und Schlafen beobachten dürfen. Man kann sich gar nicht sattsehen an diesen süßen, verspielten, kleinen Raubkatzen! Für mehr Bilder hier klicken. Aber auch sonst gibt es viel zu sehen: Leoparden, Nashörner, Elefanten, Zebras, Kudus, Nyalas, Impalas, Steinböckchen und nicht zu vergessen eine Menge an tollen Vögeln. Am letzten Abend haben wir dann auch Büffel im Camp, da es wie in allen Camps im Outer Kruger keinen Zaun gibt. Lediglich ein elektrisch geladener Draht geht in ca. 2,5 m Höhe um das Camp, um die Elefanten abzuhalten. Wer auf der Suche nach den Big 5 ist, wird in Unlani sicher fündig! Zufällig war der Inhaber von Umlani im Camp, Marco Schiess, der sich nachts die Zeit genommen hat, Hannes in einen trockenen Flusslauf zu begleiten, damit er Aufnahmen von Nachthimmel machen kann. Chef und Personal, alle sind unglaublich herzlich, zuvorkommend und bemüht, den Gästen einen wunderschönen Aufenthalt zu ermöglichen. Das hört sich an wie ein Werbetext, aber es ist so - man fühlt sich einfach willkommen, fast schon zu Hause! Und so fällt es uns schwer, Umlani nach nur 2 Nächten wieder zu verlassen. Outer Kruger Nationalpark / Sabi Sands - Idube Game Lodge Da man nicht kreuz und quer durch den Outer Kruger fahren darf, weil es lauter private Konzessionen sind, müssen wir den Kruger Park zuerst verlassen, um dann nach ca. 2 Stunden Autofahrt durch das Newington Gate wieder in den Outer Kruger - Sabi Sands hineinzufahren. Auf der schmalen Schotterstraße zum Gate denken wir einige Male, dass wir hier falsch sind! Aber nein, wir sind richtig und nach weiteren 30 Minuten sind wir in der Idube Game Lodge. Das afrikanische Buschgefühl kommt hier leider so gar nicht auf, es ist eher die Luxusvariante für die amerikanischen Touristen. Aber nachdem Sabi Sands das Raubkatzengebiet schlechthin sein soll, müssen wir damit vorlieb nehmen. Eines vorneweg: Hier erfahren wir, was es mit den „Magnificent Seven“ auf sich hat und außerdem habe ich großes Glück, nicht als Witwe nach Hause fahren zu müssen. Der erste Game Drive fängt schon gut an: Wir treffen auf ein Leopardenjunges, das durch eine Hyäne von dem Muttertier und einem zweiten Jungen getrennt wurde. Die Hyäne verfolgt einen der jungen Leoparden, da aber beide ungefähr gleich groß sind, passiert dem Jungen nichts. Wir beobachten zuerst den Jungleoparden und die Hyäne und treffen dann noch auf die beiden anderen Leoparden (Mutter & Jungtier), die es sich auf einem Felsen bequem gemacht haben. Unser Guide und Driver Cameron findet immer die beste Position für unsere Kameras und neben Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard (Big 5) sehen wir am zweiten Tag auch Wildhunde. Hätten die Wildhunde nicht vorher ein Impala gejagt und erbeutet, hätten wir wahrscheinlich keine Chance gehabt sie zu sehen, da sie sich extrem schnell durch den Busch bewegen. Aber so verbringen wir ca. 1 ½ Stunden bei diesem Rudel von mehr als 10 Tieren. Ein absolut archaisches Erlebnis, wenn man beobachtet, wie ein Wildhund seinen Kopf in den Kopf von einen Impala steckt (Bilder rechts außen). Bereits jetzt sind wir von Sabi Sands begeistert. Nach dem ersten Morning Game Drive beschließt Hannes ein männliches Nyala zu fotografieren, das sich auf dem Lodgegelände herumtreibt. Als er sich an das Nyala heranpirscht, wird er von einem Ranger aufgefordert, langsam rückwärts zur nächsten Terrasse zu gehen. Hannes denkt sich noch, dass das Nyala vielleicht ein Junges hat und deshalb aggressiv ist. Aber nein - was Hannes nicht weiß ist, dass ein paar Minuten vorher zwei Nyalas gekämpft haben und eines davon von einem Leoparden gerissen wurde - am Lodgegelände! Dieser Leopard liegt nun mit seiner Beute im tiefen Gras und Hannes ist direkt daraufzugegangen. Gott sei Dank war der Ranger vor Ort - das nennt man Glück!!!!! Der ca. 80 kg schwere Leopard kann das ca. 120 kg schwere Nyala nicht auf einen Baum in Sicherheit bringen und so zieht er es in einen Graben. Oberhalb dieses Grabens befindet sich die Terrasse der Restaurants und so schlagen über uns die Affen in den Bäumen Alarm, unter uns pfaucht der Leopard nach oben und wir befinden uns genau dazwischen. Am nächsten Tag ist von dem Nyala nichts mehr zu sehen, in der Nacht waren 15 Hyänen im Camp und haben die Reste vertilgt. Hier ein Video von dem Leoparden-Kill, aber Achtung beim Download (50 MB!) Anfangs sind wir etwas enttäuscht, dass es in Idube keine Geparden gibt. Es wurde uns mitgeteilt, dass der einzige Gepard vor 8 Monaten getötet wurde. Doch beim letzten Game Drive kam dann die Nachricht über Funk: Ein Gepard wurde gesichtet! Also nichts wir hin und so haben wir am letzten Tag unsere „Magnificent Seven“: Big 5 & Wildhund & Gepard - Oh yeahhh!!! Inner Kruger Nationalpark - Lukimbi Lodge & Lower Sabie Nach dem letzten Morning Game Drive und anschließendem Frühstück in der Idube Lodge verlassen wir um 10:45 Uhr Sabi Sands und fahren Richtung Paul Kruger Gate. Davor steht eine lange Schlange von Autos und ich steige erst einmal aus, um nachzusehen was da los ist. Das war klug, denn nur anstellen alleine reicht nicht. So nehme ich unsere Reisepässe und fülle in dem Gate-Gebäude die notwendigen Formulare aus. Über Skukuza fahren wir auf der S112 Richtung Süden. Viel gibt es hier nicht zu sehen, wir würden uns aber auch nicht viel Zeit dafür nehmen, da wir rechtzeitig zum Evening Game Drive in der Lukimbi Lodge ankommen wollen. Rechtzeitig zum Mittagessen um 13:30 Uhr kommen wir an. Die Bungalows in der Lodge und die Aussicht sind toll! Das Essen - naja, für den Preis hätte ich mir Besseres erwartet und die Game Drives - was soll ich sagen - wir sind halt schon verwöhnt! Außerdem bin ich sauer, weil die Sitze im Auto nass sind. Anscheinend hat jemand das offene Safarifahrzeug gereinigt und nicht daran gedacht, dass die Gäste dann, wenn es kalt wird im Nassen sitzen. Entschuldigung gibt es übrigens keine. Beim, übrigens einzigen weiblichen Guide, hatte ich den Eindruck, dass sie so stehenbleibt, dass sie selbst gut fotografieren kann. Bei einem Leoparden fährt sie solange herum, bis er weg ist. Außerdem gibt sie uns sehr viel (zu viel) Informationen, bis wir ihr sagen, dass wir auch die Ruhe des Buschs genießen wollen. Es gibt zwar Wärmeflaschen, aber nach einer Decke müssen wir erst fragen. Ja, alles in allem würden wir an der gesamten Reise nichts ändern, außer dass wir Lukimbi nicht mehr besuchen würden - Preis- Leistungsverhältnis stimmt hier absolut nicht! Sollen wir den letzten Morning Drive noch mitmachen, denn die anderen Drives waren nicht aufregend und einmal ausschlafen würde auch nicht schaden? Man weiß ja nie was kommt - Gott sei Dank fahren wir mit. Am letzten Tag werden wir noch einigermaßen versöhnt: Drei Löwenbrüder kreuzen unseren Weg und wir bleiben Ihnen ca. 2 Stunden lang auf der Fährte! An unserem letzten Urlaubstag möchten wir uns noch etwas vom eigentlichen Kruger Nationalpark ansehen und so fahren wir von Lukimbi, über Crocodile Bridge, Lower Sabie und Skukuza nach White River, wo wir die letzte Nacht in der Thokozani Lodge verbringen, bevor wir am nächsten Tag unseren Rückflug nach Hause antreten. In diesem Teil des Kruger Parks gibt es eindeutig mehr Tiere als im südwestlichen Teil, das liegt wahrscheinlich am Fluss Sabie. Und so sehen wir noch Gruppen von Zebras, Elefanten, Gnus, Giraffen und Paviane und wenn man die Löwen vom Morning Gamedrive mitzählt, gelingt uns auch an diesem Tag die Sichtung der Big 5. Es ist eigentlich unfassbar, wie diszipliniert die Autofahrer sind. Wir kommen zu einem kleinen Stau, bei dem wir kurz stehen, dann wieder eine Autolänge fahren, kurz stehen, etc. Es stellt sich heraus, dass in einiger Entfernung von der Straße zwei Leoparden auf einem Baum liegen und die Autos wirklich nur kurz stehen bleiben, bis die Fotos geschossen wurden und dann weiterfahren. Leider sind die Leoparden am Bild so klein, dass man sie kaum sieht. Das ist dann der Vorteil der privaten Lodges, in denen wir waren - da fahren die Guides auch offroad und bleiben direkt neben dem Tier stehen. Außerdem sind meist nie mehr als 2 Autos bei einer Sichtung. Also das Gefühl im offenen Jeep zu sitzen, während neben dir & ich meine neben Dir (manchmal unter 1 m) ein Leopard oder ein ausgewachsener Löwe vorbeigeht, ist unbeschreiblich! Eigentlich wollen wir ja vor der Dunkelheit in White River ankommen, aber wir verbringen viel Zeit auf der Brücke vor Lower Sabie, gehen dann noch Mittagessen in Lower Sabie und da wir aufgrund der Tiere auf und neben der Straße sehr langsam fahren müssen, schaffen wir es gerade noch vor Sonnenuntergang den Park zu verlassen. Die Rückfahrt im Dunkeln ist dann abenteuerlich - das brauchen wir nicht noch einmal! Drei Wochen Urlaub sind vorbei, so viel Eindrücke, so viele unglaubliche Erlebnisse, tolle Landschaften & herzliche Leute! NAMIBIA & SÜDAFRIKA - so gegensätzlich, so faszinierend, so beeindruckend, so ………………..
Umlani Game Reserve