JOHANNES LANDSCHAUER
Ein Auge für Motive
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REISEBERICHT CORNWALL
Britischer Lifestyle in romantischer Pilcher-Umgebung
Schon früh am Morgen landen wir in London Heathrow. Beim Autovermieter suchen wir uns einen schwarzen Vauxhall aus und machen uns auf den Weg. Hannes hat sich nach kurzer Zeit an das Linksfahren gewöhnt und so kommen wir rasch vorwärts. Stonehenge & Salisbury Unsere erste Station ist Stonehenge. Die Sehenswürdigkeit ist sehr gut besucht und nachdem wir bei der Kasse unsere erste englische Queue gebildet haben, sind wir schon bald mitten am Gelände. Wir möchten uns gar nicht vorstellen, was hier erst in einer Woche los ist, bei der Sommersonnenwende. Nachdem wir einmal rund um die Anlage gegangen sind und die alten Steine ausgiebig "bewundert" haben, fahren wir weiter in Richtung Salisbury. Wir haben ein Zimmer in "The Old Mill" reserviert, ein B & B mit angeschlossenem Pub, das genau gegenüber der Kathedrale liegt. Die Old Mill liegt direkt an einem Fluss bzw. kann man im Restaurantbereich, der ca. 500 Jahre alt ist, sogar auf einen Teil des Flusses hinuntersehen, der unterhalb der Old Mill durchfließt. Zwischen The Old Mill und der Kathedrale liegt nur noch Watermeadows. Eigentlich sollte man über diese Wiesen direkt zur Kathedrale gehen können, aber nachdem es in den letzten Tage geregnet hat, ist das ganze Gebiet ziemlich sumpfig und wir müssen den Spazierweg außen herum nehmen. Dieser Rundweg zum Zentrum von Salisbury und zur Kathedrale dauert ca. 30 Minuten und wir können uns gar nicht satt sehen an dieser idyllisch gelegenen Gegend. Nachdem Hannes ein Fan von gotischen Kathedralen ist, werden wir bei unserer Rundreise vier Kathedralen besichtigen, die Kathedralen von Salisbury, Exeter, Wells und Bath. Ken Follett hat sich bei seinem Buch "Die Säulen der Erde" von der Geschichte der Kathedrale von Salisbury inspirieren lassen. Interessanterweise haben wir ungefähr einer Woche vor unserer Abreise den Stephansdom in Wien besucht, der ebenfalls gotischen Ursprungs ist und der Unterschied ist gewaltig. Während der Stephansdom dunkel und düster wirkt, wirken die englischen Kathedralen alle hell, luftig und leicht. Einfach unglaublich, was die Baumeister mit den Mitteln der damaligen Zeit zustande gebracht haben. Im Pub von The Old Mill essen wir unsere erste englische Mahlzeit und um es vorweg zu nehmen: Wir haben während unseres gesamten Englandaufenthalts gut gegessen - und wir sind wirklich sehr heikel! Im Vergleich zu vor 20 Jahren, wo das englische Essen noch "horrible" war, gibt es jetzt auch italienische Speisen und indische Currys auf den Speisekarten der Pubs! Exeter Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist die Gold Hill Road in Shaftesbury. Die Gold Hill Road ist eine steile Gasse mit Kopfsteinpflaster, die bereits Kulisse in einigen Filmen war. Oben angekommen, spazieren wir noch eine Runde um bzw. durch das Dorf. Nach ca. 1 Stunde verlassen wir Shaftesbury und fahren weiter nach Exeter. Auf der Autobahn geht es rasch voran und nach nicht einmal 2 Stunden erreichen wir unser Hotel, das Magdalen Chapter. Das Hotel ist absolut zentral gelegen, befindet sich in einem Backsteinbau und ist modern, aber gemütlich eingerichtet. Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, machen wir uns umgehend auf Besichtigungstour. Wir gehen zuerst hinunter an den Fluss bzw. den Kanal und spazieren diesen entlang bis zur Quayside, anschließend geht es ins Zentrum. Wir kommen am "The House that Moved" vorbei - es ist erstaunlich, bei wie vielen alten Häusern die Balken durchhängen bzw. wie schief die Fenster teilweise eingesetzt sind, aber gerade dies macht den besonderen Charme aus. Anschließend besichtigen wir die St. Peter´s Cathedral, das offensichtliche Wahrzeichen von Exeter, mit einer weitläufigen Rasenanlage vor der Kathedrale, auf der die Bewohner herumliegen bzw. -sitzen, Zeitung lesen, picknicken und sonnenbaden. Wir sehen die Reste der römischen Stadtmauern, schwarz-weiße Fachwerkhäuser, trinken einen Kaffee am Domplatz, beobachten die Leute und genießen den Flair dieser entzückenden Stadt. Übrigens wird uns der Begriff "entzückend" auf unserer gesamten Reise begleiten! Am nächsten Tag verlassen wir Devon und fahren endlich nach Cornwall, dem eigentliche Ziel unserer Reise. Lanhydrock House & Padstow Nachdem wir uns zumindest ein herrschaftliches Anwesen ansehen möchten, fahren wir heute nach Lanhydrock und besichtigen Lanhydrock House & Garden. Vom Parkplatz geht man ungefähr 1/4 Std. durch eine Parklandschaft und betritt dann das Anwesen durch ein Torhaus in den ummauerten Garten. Zuerst spazieren wir durch den Garten und besuchen die kleine Kapelle auf dem Anwesen. Mich faszinieren auch die keltischen Grabsteine, die kreuz und quer in einer wunderschönen Wiese stehen. In Lanhydrock House selbst sind einige Zimmer zu besichtigen, das Kinderzimmer und das Lernzimmer sind ganz süß, aber wirklich interessant ist der Küchentrakt. Dieser beinhaltet u.a. einen Raum zur Kühlung und Herstellung von Molkereiprodukten, einen zur Lagerung von Fleisch, einen indem der Abwasch erledigt wurde und dann noch die Küche selbst mit blankgeputzten Messingtöpfen und einem riesigen Drehspieß, wo ein ganzes Schwein gebraten werden konnte. Dieser Drehspieß wurde durch Luftschaufeln angetrieben, die sich aufgrund der aufsteigenden Hitze des Feuers bewegten. Von Lanhydrock House brauchen wir ca. 1/2 Stunde nach Padstow. In Padstow liegt ein großer Parkplatz etwas außerhalb, von dem in kurzen Abständen kleine Busse ins Zentrum fahren. Padstow ist ein kleiner, süßer Fischerort und liegt an der tief eingeschnittenen Mündung des Flusses Camel. Rund um den Hafen liegen enge Gassen, in denen sich allerdings viele Touristen tummeln. Wir sitzen am Hafen und hören einem Einheimischen zu, der auf der Gitarre ein Volkslied über Padstow singt. Danach kaufen wir uns Fish´n´Chips, allerdings nicht in dem dafür berühmten Edelimbiss Stein´s Fish & Chips, da uns dort die „Queue“ eindeutig zu lange ist. Aber ehrlich gesagt ist uns selbst die eine Portion, obwohl wir sie zu Zweit essen, viel zu deftig und zu fett! Wir beenden unseren Trip nach Padstow, queren Cornwall und besuchen das Fischerörtchen Mevagissey am Ärmelkanal, das absolut idyllisch liegt. Die Boote spiegeln sich im Wasser und die Möwen kreischen um die Wette. Das Gekreische der Möwen werde ich immer mit Cornwall in Verbindung bringen. Für die nächsten drei Nächte habe ich uns im Carlyon Bay Hotel in der Nähe von St. Austell eingebucht. Dieses Hotel liegt direkt an der Küste und ist das teuerste Hotel, in dem wir auf unserer Reise nächtigen. Die Lage des Hotel Carlyon Bay ist traumhaft, das Frühstücksbuffet ist leider nicht so toll, manche Früchte im Obstsalat sind schimmlig und die Gerichte für das typische “English Breakfast”, wie Spiegeleier, gegrillte Tomaten und Champignons, Speck, etc. sind leider teilweise kalt. Am Abend haben wir im Holmbush Inn in St. Austell zu Abend gegessen. Dieses Pub können wir nur empfehlen, das Essen war köstlich, die Bedienung herzlich und die Atmosphäre typisch british. Heute machen wir uns auf den Weg nach Looe. Nachdem es leider anfängt zu regnen, verkürzen wir unseren Aufenthalt in Looe und fahren weiter nach Polperro. Polperro, gibt es ein idyllischeres Örtchen! Zuerst denken wir “Nein”, allerdings können wir uns am Ende unserer Reise nicht mehr entscheiden, welches Plätzchen am idyllischsten ist!!! Leider spielt das Wetter nicht ganz mit, aber wir genießen unseren Aufenthalt in Polperro sehr. Man parkt wieder außerhalb der Ortschaft und macht sich dann zu Fuß auf in Richtung Hafen. Leider filmen wir mehr, als wir fotografieren und somit haben wir nur wenige Fotos von Polperro. Das allerdings wäre ein Grund um wiederzukommen! Von Polperro fahren wir nach Polruan und nehmen dort die Fähre nach Fowey. Nachdem das Wetter leider schlechter wird, ist unser Aufenthalt in Fowey nur sehr kurz und wir beenden den Tag im Hotel. Kaum dort angekommen, verziehen sich die Wolken und die Sonne kommt durch. Daher genießen wir die Aussicht von der Terrasse unseres Hotels bei Kaffee und Kuchen. Aufgrund der Wettersituation haben wir unsere ursprüngliche Reiseplanung etwas umgestellt und fahren heute von St. Austell in Richtung “Trebah Garden” und wieder retour. Dies würde ich nicht weiter empfehlen, denn wenn man einmal in “Trebah Garden” ist, hat man eigentlich die Lizard- Halbinsel schon erreicht und müsste nicht zweimal die gleiche Route fahren. Aber wie gesagt, man muss flexibel sein und aufgrund des Wetters haben wir uns für diese Variante entschieden. Nachdem England berühmt ist für seine Gärten, ich Hannes aber nicht quälen möchte mit zu vielen Gartenbesichtigungen, habe ich aufgrund der Internetbeschreibungen für unsere Reise “Trebah Garden” ausgesucht. Aber entweder sind wir zur falschen Zeit dort, oder meine Vorstellungen sind zu hoch, denn “Trebah Garden” begeistert uns nicht wirklich. Ja, ein paar Pflanzen sind schon interessant, wie z.B. Riesenrhabarber oder Riesenfarn, aber es blüht viel zu wenig und der Eintritt ist doch ganz ordentlich. Der interessanteste Aspekt ist, dass vom Strand von “Trebah Garden” am D-Day Schiffe in Richtung Normandie aufgebrochen sind. Die Vorstellung bedrückt uns. Zurück zu “Trebah Garden”, die Gärten auf St. Michael´s Mount finden wir um einiges schöner. Von “Trebah Garden” geht es anschließend nach Trelissick, wo wir mit der “King Harry Ferry” über den River Fal auf die Halbinsel Roseland übersetzen. Von dort ist es nicht mehr weit nach St. Just in Roseland, allerdings sind die Straßen gewöhnungsbedürftig. Mit hohen Hecken links und rechts der Straße, sodass ein Gegenverkehr nicht möglich wäre, wenn es nicht Ausweichbuchten gäbe, hat man teilweise das Gefühl in einem grünen Tunnel zu fahren. Aber diese “Straßen” sind in ganz in Cornwall zu finden und “Mann” muss schon ein guter Autofahrer sein, um hier nicht zu verzweifeln! Hannes jedoch, hat hier so richtig Spaß und bringt meinen Magen fast zum Rebellieren! Schließlich erreichen wir St. Just in Roseland, eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die am Flussufer liegt, umgeben von Palmen und Nadelbäumen. Wir parken auf einer Anhöhe und gehen dann durch einen kleinen Friedhof zu dieser idyllisch gelegenen Kirche. Von St. Just in Roseland geht es weiter nach St. Mawes, wo wir einen Happen essen und anschließend der Küste entlang zurück nach St. Austell fahren. Lizard Halbinsel, St. Michaels Mount & St. Ives Nachdem wir drei Nächte im Carlyon Bay Hotel verbracht haben, ist unser nächster Zwischenstopp Marazion, wo wir drei Nächte im St. Michael´s B & B gebucht haben. Auf dem Weg nach Marazion sehen wir uns die Lizard Halbinsel an. Unser erster Halt ist Cadgwith: ein absolut bezaubernder Fischerort, wo es manchmal aufgrund der herumliegenden Fischreusen etwas streng riechen kann. Reedgedeckte Cottages, idyllische Vorgärten, bunte Boote am Strand - einfach entzückend! Weiter geht es an die Kynance Cove - wir haben Glück, denn es ist Ebbe! Bei Flut ist es wahrscheinlich nur halb so schön. Vom Parkplatz kann man entweder dem Küstenpfad entlang gehen und zusehen, wie die Wellen an die Felsen schlagen, oder man geht in ca. 30 Minuten hinunter zum Sandstrand. Nachdem vom Meer her eine dunkle Front aufzieht, beeilen wir uns zum Auto zurückzukommen und haben Glück, denn kaum haben wir das Auto erreicht, fängt es auch schon an zu regnen. Nachträglich betrachtet, war ein Tag auf der Lizard Halbinsel eindeutig zu wenig, denn es gäbe noch einige entzückende Orte und Landstriche, deren Besuch wir leider versäumt haben. Wir machen uns auf den Weg nach Marazion, wo wir uns zum Lunch köstliche Sandwiches im “Kings Arms” gönnen. Aufgrund des Wetters verbringen wir dann einen Teil des Nachmittags erholsamerweise lesend und schlafend in unserem Zimmer im St. Michaels B & B. Diese Pension können wir nur empfehlen! Die Gastgeber sind äußerst bemüht, die Lage ist hervorragend und das Frühstück war das Beste, das wir während unserer gesamten Reise bekommen haben! Zum Abendessen gehen wir dreimal ins Godolphins Arms: Ein Pub, das direkt am Meer gegenüber von St. Michaels Mount liegt und wirklich gutes Essen bietet. Auch den berühmten “Cream Tea” probieren wir dort, allerdings sind wir aufgrund des Fettgehalts der Cream vom “Cream Tea” nicht begeistert. Da die Parkgebühren in St. Ives anscheinend sehr hoch sind, wird uns empfohlen den Zug zu nehmen. Wir fahren also von Marazion bis St. Erth mit dem Auto und nehmen von dort den Zug nach St. Ives. Über St. Ives muss man glaube ich nicht viel sagen, der Name spricht für sich. Aufgrund des besonderen Lichts haben sich viele Künstler in St. Ives niedergelassen und somit hat sich St. Ives vom Fischerort zum Künstlerort entwickelt. Wie man auf dem Bild sieht, liegen die Boote bei Ebbe am Sand im Hafen. Man sieht Kinder beim Muschelsuchen oder Sandspielen und die Menschen gehen dort spazieren, wo bei Flut das Meer ist. St. Ives ist ein MUSS bei jeder Cornwall-Reise! Aber darüber hinaus haben wir Glück, denn genau an diesem Tag wird der International Surfing Day gefeiert und die Surfer marschieren maskiert durch den Ort, was uns einige farbenfrohe Fotos beschert. Wir bummeln durch den Ort, trinken Kaffee, essen Cornish Pastry und beobachten die Leute. Und schließlich finde ich noch ein kleines Souvenir für zu Hause: ein rotes Holzboot, das von 2 Möwen umkreist wird. Mein erstes Souvenir überhaupt, das ich jemals gekauft habe, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Nach einiger Zeit haben wir genug vom Touristenrummel und fahren mit dem Zug zurück zum Auto. Während der Fahrt hat man übrigens eine tolle Aussicht auf den weiten Sandstrand an der Küste. Nachdem Cornwall bzw. England für seine Steinkreise, Menhire und Quoits berühmt ist, machen wir uns am Nachmittag auf die Suche nach diesen Vorzeitmonumenten. Diese sind nicht leicht zu finden, da sie sich oft abseits der Straßen auf Wiesen oder Feldern befinden und teilweise auch nicht angeschrieben sind. Aber wir sind ja nicht von gestern, und so marschieren wir querfeldein und finden den hier abgebildeten Lanyon Quoit, sowie eine kurze Autofahrt entfernt den sogenannten Men-An-Tol. Nachdem wir uns bereits seit zwei Tagen in Marazion befinden, besuchen wir erst heute die vorgelagerte Insel St. Michaels Mount. Dabei handelt es sich um ein Benediktinerkloster, das im 6. Jahrhundert gegründet und von der Familie St. Aubyn in ein Herrenhaus umgebaut wurde. Man kann die Insel auf zwei Arten erreichen, entweder mit dem Boot oder bei Ebbe zu Fuß. Wir warten natürlich auf die Ebbe. Es ist unglaublich, innerhalb von 30 Minuten kann man auf dem Fußweg, den man vorher noch nicht einmal gesehen hat, trockenen Fußes die Insel erreichen. Für den Besuch hat man 3-4 Stunden Zeit, bevor die Flut einsetzt. Wir sind so ziemlich die ersten, die an diesem Tag die Insel besuchen und verlassen sie auch bald wieder, nachdem die Massen wie bei einer Prozession in Richtung Insel pilgern. Wir fahren zu einem der schönsten Strände in der Region, zum Porthcurno Beach, direkt daneben liegt das Minack Theatre. Vom Porthcurno Beach wurde seinerzeit das erste Telegrafen-Kabel in Richtung USA verlegt, was meinen Mann dazu bewegt, sich das Telegrafen-Museum anzusehen. Ich hingegen nutze diese Zeit zu einem kleinen Nickerchen im Auto. Wer mich kennt, den wird das nicht weiter verwundern. Nachdem wir die Zeit am Strand genossen haben, essen wir noch eine Kleinigkeit in einem kleinen Strandcafé und setzen danach unsere heutige Reise fort. Am Weg nach Mousehole fahren wir noch bei den beiden Steinkreisen “Merry Maidens” und “Boscawen-un” vorbei. Mousehole ist - wie der Name schon vermuten lässt, ist Mousehole ein .... - ja, richtig geraten - kleines, entzückendes Fischerdörfchen, wo Kinder am Strand spielen und Erwachsene ihr Sonnenbad genießen. Wir spazieren durch die engen Gassen von Mousehole, gönnen uns ein Eis, beobachten wie immer die Leute und genießen den Ausblick auf St. Michaels Mount. So gut es uns auch gefällt in Cornwall, leider wird es Zeit diesen entzückenden Teil der Erde zu verlassen. Unser nächstes großes Ziel ist Wells, doch zuvor werden wir noch ein Nacht in Instow verbringen. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher zu den Bedruthan Steps und nach Clovelly. Die Bedruthan Steps sind riesige Felsbrocken, die bei Ebbe aus dem Wasser ragen. Eigentlich müsste man Eintritt zahlen, aber nachdem wir bekanntgeben, dass wir nur 1/2 Stunden bleiben werden, lässt man uns, ohne Eintritt zu zahlen, die Klippen hinunterklettern. Nach diesem kurzem Aufenthalt fahren wir weiter nach Clovelly. Clovelly ist ein Fischerdorf, das seit 100 Jahren unter Denkmalschutz steht und dessen Besuch kostenpflichtig ist. Das Dorf ist an einen Hang gebaut und die steile Dorfstraße - eher Dorfweg - ist kopfsteingepflastert. Einheimische und ausländische Touristen, vor allem jedoch ältere Personen plagen sich den steilen Weg hinunter zum Hafen, der durch einen riesigen Kai vom Meer geschützt ist. Nachdem wir bereits so viele süße Fischerdörfer gesehen haben, kommt uns Clovelly etwas unrealistisch vor, eher wie ein Museumsdorf. Am frühen Nachmittag erreichen wir Instow und beziehen unser Zimmer: Wir nächtigen heute im “Springfield House”. Unser Zimmer hat ein riesiges Bett, eine Chaiselongue und zwei viktorianische Fenster mit Blick auf die leere Mündung des River Torridge. Auf der gegenüberliegenden Seite unseres Zimmers befindet sich unser riesiges Bad, mit einer alten viktorianischen Badewanne - zum Duschen dient ein Messbecher. Es ist das erste Mal in unserem Leben, dass wir eine elektrische Heizdecke verwenden, denn es ist wirklich kalt im Zimmer. Um auf Instow zurückzukommen, den Nachmittag verbringen wir an der Strandpromenade. Bei unserer Ankunft geht der Strand bis zur anderen Seite des Flusses - es ist Ebbe. Im Laufe des Nachmittags kann man beobachten, wie ein Boot nach dem anderen anfängt wieder auf dem Wasser zu schaukeln und am Ende des Tages ist der Fluss nur noch ca. 3 m von der Strandpromenade entfernt. Nach den vielen Besichtigungen und Ausflügen ist so ein ruhiger Nachmittag genau das Richtige zum Entspannen. Anschließend genießen wir das Abendessen im Instow Arms, bevor wir in unser nobles, kaltes Herrenhaus zurückkehren. Wells & Bath Unser erstes Ziel heute ist die kleinste Stadt Englands - Wells. Um es vorwegzunehmen, diese Kleinstadt muss man einfach gesehen haben. Das Zentrum ist noch mittelalterlich geprägt und kann vom Parkplatz aus in ca. 5 Minuten erreicht werden. Der Bau der Kathedrale von Wells begann bereits 1180 und sie ist somit eine der frühesten gotischen Kathedralen in England. Besonders gut gefallen uns die Scherenbögen, die allerdings erst 1338 nachträglich eingezogen wurden und das Kapitelhaus. Gegenüber der Kathedrale liegt der Bishop´s Palace, der von einem Wassergraben umgeben ist, in dem Schwäne schwimmen. Insgesamt ist dies ein stiller und idyllischer Ort. Ich würde empfehlen einen kleinen Lunch zu kaufen und diesen auf der Wiese vor dem Bishop´s Palace einzunehmen. Von Wells fahren wir anschließend in ungefähr 45 Minuten nach Bath. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir im “Nobel-B & B” Paradise House. Die Zimmer sind modern eingerichtet und das Frühstück ist sehr gut. Man kann direkt vor dem B & B parken und erreicht dann das Zentrum von Bath zu Fuß in ungefähr 20 Minuten, wobei der Weg bergab geht und man bedenken muss, dass man am Rückweg den Berg hinauf muss. Bereits am Tag unserer Ankunft besichtigen wir Bath, sehen uns die Römischen Bäder an, die bereits ab 75 n. Chr. erbaut wurden, sowie die Abbey von Bath, die uns so gut gefällt, dass wir sie zweimal besuchen - übrigens die einzige Sehenswürdigkeit, die wir 2 x besichtigen! Zu Abend essen wir einmal in Tilley´s Bistro - klein, fein und nicht ganz günstig und am zweiten Abend im The Westgate, einem wirklich gemütlichem Pub, mit tollem Essen und netter Atmosphäre. Vor allem die “Pudding Plate” als Dessert ist ein kulinarischer Ausflug mit geschmacklichen Highlights der kalorienreichen Art - aber kööööstlich!!!! Ehrlich gesagt - wir essen so viel, dass wir anschließend nicht mehr wissen, wie wir die Straße hinauf zu unserem B & B bewältigen sollen. Castle Comb & Lacock An dieser Stelle muss ich mich als “Harry Potter”-Fan outen, denn unsere Ausflüge an diesem Tag führen uns in die nähere Umgebung von Bath, an zwei Drehorte: Castle Combe und Lacock. Lacock Abbey wurde als Kulisse für den Film “Harry Potter und der Stein der Weisen” genutzt. Castle Combe diente bereits 1966 als Drehort für “Doctor Doolittle”, weiters wurden aber auch “Gefährten” von Stephen Spielberg oder “Stolz und Vorurteil” in diesem winzigen Denkmaldorf gedreht. Nach einem Spaziergang durch das Dorf weiß man, warum es als Kulisse für mittelalterliche Filme dient, denn es fehlt jegliche moderne Technik, wie SAT- Schüsseln, Antennen, Stromleitungen, etc. Unser Weg führt uns weiter nach Avebury, zum Avebury Circle, der irgendwann zwischen 2500 und 2200 v. Chr. entstand. Die Sandstein-Monolithen sind zwischen 20 und 65 t schwer. Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir noch beim Silbury Hill und beim West Kennett Long Barrow vorbei. Der Silbury Hill wurde 2600 v. Chr. geschaffen und ist mit 40 m Höhe der größte von Menschen geschaffene Hügel Europas. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die größte Grabkammer Europas, das West Kennett Long Barrow. Ja, das war unsere Rundreise durch Südengland und Cornwall. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und hatten noch mehr Spaß! Wir waren positiv überrascht vom wirklich guten Essen und von der Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Offenheit der Engländer, die ja vom Ruf her eher als kühl und introvertiert gelten. Wir haben das Gegenteil erlebt und denken gerne zurück an diese interessante und abwechslungsreiche Reise!
Stonehenge & Salisbury Mevagissey & Lanhydrock House Gold Hill Road & Exeter St. Just in Roseland Cornwall & St. Ives St. Michaels Mount & Porthcurno Beach Mousehole, Bedruthan Steps & Clovelly Bath & Wells Castle Comb & Lacock