JOHANNES LANDSCHAUER
Ein Auge für Motive
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REISEBERICHT NORWEGEN
Fjell & Fjord im südlichen Norwegen und mit den Hurtigruten auf die Lofoten
Heuer geht es in den Norden - zuerst erkunden wir 12 Tage lang Fjord und Fjell zwischen Bergen und Alesund, dann geht es 2 Tage und 2 Nächte mit dem Hurtigruten Postschiff auf die Lofoten, wo wir dann noch 4 Tage verbringen. Am 13. Juni fliegen wir mit Scandinavian von Wien über Oslo nach Bergen. Nach unserer Ankunft um 15:35 Uhr übernehmen wir unseren Mietwagen bei Budget am Flughafen und fahren Richtung Zentrum. Unser Hotel, das Marken Gjesthus ist ca. 15 Gehminuten vom Hanseviertel Bryggen entfernt - ein witziges Hotel. Es befindet sich im letzten Stock eines mehrstöckigen Hauses - die Bettwäsche wird zur Verfügung gestellt, man muss sie aber selbst an- und abziehen, Frühstück gibt es keines, aber eine Küche, in der alle kochen können. Hannes bringt mich zum Hotel, wir laden die Koffer ab und er fährt anschließend zum Parkhaus, wo wir das Auto bis zum nächsten Tag abstellen. Das Parkhaus ist zwar nicht weit entfernt vom Hotel, aber mit dem Gepäck über die Pflastersteine ist nicht lustig. Es ist bewölkt, aber es regnet nicht, was in Bergen ja schon toll ist, da es dort durchschnittlich 250 Tage im Jahr regnet und so führt unser ersten Weg nach Bryggen, dem ehemaligen Hanseviertel, das gänzlich aus Holz gebaut ist. Und was entdecke ich während unserer Besichtigung - einen Christmas Shop - da muss ich rein, und so „klettere“ ich über schiefe Stufen ins „Paradies“. Bei einigen Weihnachtselfen & -wichteln kann ich nicht vorbeigehen, die muss ich einfach mitnehmen. In der Nähe der Korkskirken, zwischen Hafen und Hotel finden wir ein gemütliches Lokal, das Pygmalion, in dem wir gut und zu einem erschwinglichen Preis zu Abend essen. Unser Frühstück nehmen wir am nächsten Tag in einer kleinen Bäckerei ein, dem Godt Brød Marken, nur 5 Gehminuten vom Hotel entfernt. Echt gemütlich, es gibt auch Joghurt mit Früchte, aber Hannes entscheidet sich für eine Zimtschnecke zum Kaffee, die ist aber leider mit Kardamom und das mag er so gar nicht! Das nächste Mal sind wir klüger. Hardangerfjord Wir verlassen Bergen und fahren Richtung Hardangerfjord. Unser erstes Ziel ist der Steindalsfossen, ein Wasserfall in Norheimsund. Man geht einen kleinen Hügel hinauf und befindet sich plötzlich hinter dem Wasserfall - wirklich sehenswert! Ein paar Kilometer weiter in Torvikbygd nehmen wir die Fähre über den Hardangerfjord nach Jordal. Nun befinden wir uns auf einer Nationalen Landschaftsroute - von denen gibt es 18 in ganz Norwegen und sie beeindrucken mit einer besonders schönen Landschaft (www.nasjonaleturistveger.no). Zwischen Jordal und Utne bleiben wir ein paar Mal stehen und spazieren durch Birkenwälder und Obstgärten - besonders gut gefällt es uns bei Hereiane. Unser heutiges Ziel ist Utne, wo wir in dem bezaubernden Utne Hotel, das 1722 gebaut wurde, nächtigen - alleine das Frühstückszimmer ist einen Besuch wert. Am nächsten Tag geht es wieder dem Hardangerfjord entlang bis Odda, wo wir einen kurzen Abstecher ins Landesinnere machen, um den Zwillingswasserfall Latefossen zu besichtigen. Der Umweg zahlt sich auf alle Fälle aus! Unser heutiges Ziel ist Eidfjord, wo wir für die kommende Nach ein Zimmer im Eidfjord Fjell & Fjord Hotel reserviert haben. Da wir noch reichlich Zeit haben, entschließen wir uns zu einer Wanderung ins Husedalen. Von Kinsarvik führt die Straße ins Landesinnere, am Ende der Straße befindet sich ein Parkplatz, von dem aus man dem Wanderweg entlang des blaugrünen Flusses folgt. Man geht durch wunderschöne Birkenwälder und kann im Husedalen vier Wasserfälle entdecken. Eigentlich führt der Wanderweg hinauf bis zur Hardangervidda, aber bei dem zweiten Wasserfall kehren wir um, weil erstens fehlt es uns an Zeit für die gesamte Wanderung, die 5-6 Stunden dauern würde und zweitens soll der Weg zum dritten Wasserfall über eine große rutschige Steinplatte führen, und das ist uns dann doch etwas zu gefährlich. Aber die beiden Wasserfälle Tveitafossen und Nyastolfossen haben uns schon sehr gut gefallen! Diese Wanderung kann man auf jeden Fall empfehlen! In Eidfjord angekommen genießen wir noch Kaffee und Apfelkuchen im Café Vik Pensjonat und lassen den Tag ganz entspannt in der Sonne sitzend ausklingen. Wenn wir gewusst hätten, dass der nächste Tag regnerisch und neblig sein wird, hätten wir die Zeit noch genutzt, um den Voringsfossen zu besichtigen. Was soll´s, seitdem behalten wir aber die Wetterentwicklung immer im Auge. Und sollte irgendjemand eine Kappe vom FC Barcelona finden, bitte melden, denn die hat Hannes im Kaffeehaus vergessen. Der nächste Tag führt uns vorbei am Voringsfossen, den wir leider nur hören, aber nicht sehen können, weil es neblig und regnerisch ist. Wir durchqueren die Hardangervidda auf der noch Schnee liegt - es bläst der Wind und es ist ziemlich kalt, aber der Nebel hat sich aufgelöst und so können wir auch von dieser wunderschönen Landschaft Bilder machen. Karin findet noch einen Christmasshop in Geilo und ist glücklich! Bei Hagafoss biegen wir links ab Richtung Aurland. In Aurlandsvangen angekommen beziehen wir unser Zimmer in der Vangsgarden Gjestgiveri, die Zimmer sind alt, aber OK, das Essen im dazugehörigen Restaurant ist gut. Am Nachmittag nutzen wir die Zeit und fahren rauf auf den Stegastein, von dem man eine tolle Aussicht auf Aurland, Flam und den Sognefjord hat. Am nächsten Morgen ist das Wetter erfreulicherweise besser. Wir haben zwei Ausflüge geplant - vormittags mit dem Schiff in den Nærøyfjord und nachmittags eine Fahrt mit der Flåmsbana. Um 10:00 nehmen wir die Fähre von Flåm bis Gudvangen - eigentlich wollen wir dort etwas zu Mittag essen und mit der nächsten Fähre zurückfahren. Ja, so war mein Plan - aber leider sind in Gudvangen hunderte Touristen und hatten den gleichen Plan, also ist es keine entspannte Beschaulichkeit. Die Fahrt als solches ist schön, aber generell sind wir vom Fjell mehr begeistert als von den Fjorden. Die Fjorde sind sehr schön, wenn man sie von oben betrachtet, aber wenn man daran entlangfährt oder auch mit dem Schiff unterwegs ist, erinnert es sehr stark an die österreichischen Seen. Die Felswände sind natürlich näher, was die Fahrt dann doch spannend macht. Aber bei der nächsten Reise, würde ich eher im Landesinneren bleiben und Wanderungen in der Nähe der Gletscher machen. Die Fahrt mit der Flåmsbana startet um 16:00 und soll ja eigentlich die schönste Zugfahrt der Welt sein - naja, für Kreuzfahrtschiffpassagiere ist es wahrscheinlich toll, weil sie auch mal etwas vom Landesinneren sehen, aber wenn man selbst mit dem Auto Norwegen erkundet, sieht man soviel schönere Landschaften, dass man sich die Fahrt eigentlich sparen kann. Am Wasserfall Kjosfossen bleibt der Zug kurz stehen (man kommt dort auch nur mit dem Zug hin), dann erscheint eine Dame auf dem Felsen und Musik erklingt. Die Asiaten waren begeistert, wir können auf derlei Theater aber verzichten. Am Rückweg nach Aurlandsvangen besuchen wir noch Otternes Bygdetun, einen Haufen- bzw. Reihenhof aus dem 18. Jahrhundert, ein kleiner Spaziergang mit superschöner Aussicht auf den Fjord. Alles in allem wieder ein toller Tag. Die erste Fahrt des heutigen Tages geht durch den längsten Straßentunnel der Welt - 24,5 km geradeaus, vor Aurlandsvagen nach Lærdalsøyri. Wir sind erstaunt über die Beleuchtung der riesigen Pannenbuchten im Tunnel, man glaubt sich in einem Ufo zu befinden. In Lærdal angekommen biegen wir rechts ab und fahren nach Borgund. Die Stabkirche von Borgund wurde um 1180 erbaut und ist erstaunlich gut erhalten. Am Rückweg finden wir einen Picknickplatz auf der rechten Seite, mit Blick auf den tosenden Fluss, wo wir zu Mittag essen bevor wir den nächsten Stopp in Gamle Lærdalsøyri machen. Gamle Lærdalsøyri, die Altstadt hat 160 schöne, unter Denkmalschutz stehende Häuser und ist auf jeden Fall einen kurzen Spaziergang wert. Anschließend fahren wir weiter nach Fodnes, wo wir die Fähre nach Mannheller nehmen. Das letzte Ziel des heutigen Tages ist Solvorn, wo wir für die nächsten 2 Nächte ein Zimmer im Solvorn Gjestehus gebucht haben, um von dort die Umgebung zu erkunden. Sognefjord & Jostedalsbreen Nationalpark Das Solvorn Gjestehus ist eine entzückende Villa, und da wir die einzigen Gäste sind, haben wir die gesamte Villa, d.h. Wohnzimmer, Esszimmer und Küche für uns. Die Besitzer des Gästehauses sind nicht vor Ort, aber der Kühlschrank ist voll und es ist vorgesehen, dass man sich das Frühstück morgens selber macht und anschließend auch selbst abwäscht. Eine interessante Art der Unterbringung, typisch norwegisch! Am nächsten Tag nehmen wir morgens die Fähre von Solvorn nach Urnes, von der Fährstation in Urnes geht es in ca. 20 Minuten zu Fuss zur Stabkirche. Sie ist die älteste Stabkirche Norwegens und Weltkulturerbe. Die Holzstämme stammen aus den Jahren 1129-1131, unheimlich interessant und auch der Innenraum ist äußerst sehenswert! Obwohl es leicht rieselt, entscheiden wir uns am Nachmittag zu einer Wanderung beim Bergsetbreen. Die Landschaft ist fantastisch - zwischen Birkenwäldern und Bächen gehen wir ziemlich eben in Richtung Gletscher. Eigentlich unglaublich, wir befinden uns auf 400 m Seehöhe und haben rund um uns Gletscherzungen. Damit haben wir nicht gerechnet - generell haben wir nicht geplant so viel zu wandern, aber glücklicherweise haben wir genug Zeit dafür! Geiranger ist unser nächstes Ziel und auf dem Weg dorthin machen wir einen kurzen Stopp beim Boyabreen. Diese Gletscherzunge liegt in der Nähe der Bundesstraße. Kurz vor dem Fjaerlandtunnel geht rechts eine kleine Straße weg, die bei einem Parkplatz endet. Von dort kann man einen kurzen Spaziergang zum Gletschersee machen und trotz des trüben Wetters können wir auch den Boyabreen gut sehen. Dieses hellblaue Gletschereis ist wirklich erstaunlich. Vorbei an den Dörfern Ulvik und Innvik fahren wir bis Olden, von wo es wiederum in Landesinnere geht. Vorbei an einem herrlich gelegenen, türkisblauen See, dem Oldervadnet fahren wir bis zum Parkplatz des Briksdalsbreen, der vom Parkplatz gesehen links liegt. Es gibt zwar kleine, motorgetrieben Golfbuggies, die die Touristen zum Briksdalsbreen bringen, aber wir entscheiden uns zu einer Wanderung im Regen! Wir haben ja Regenponchos dabei und es ist trotz Regens wirklich toll - steil, aber toll. Der Weg geht über eine Brücke, die man lieber schnell überqueren sollte, da man ansonsten vom Wasserfall total nass wird. Nach ca. 45 - 60 Minuten erreicht man den Gletschersee. Vor einigen Jahren noch hat die Gletscherzunge des Briksdalsbreen bis in den See gereicht, aber durch die Klimaerwärmung hat sich der Gletscher zurückgezogen. Wir hatten uns sehr auf die Fjorde gefreut, nicht so sehr auf das Hinterland Norwegens, aber diese Wanderungen haben uns wirklich begeistert! Geirangerfjord Vom Briksdalsbreen brauchen wir ca. 2,5 Stunden nach Geiranger. Am Aussichtspunkt Dalsnibba fahren wir vorbei, da das Wetter nicht passt. Die Fahrt runter in den Fjord ist gespickt mit Fotomotiven, sodass wir alle 200 m stehenbleiben. Bevor es runter geht in den Fjord fahren wir am Djupvatnet vorbei, der See ist noch zugefroren und das im Juni. Entlang den Serpentinen entdecken wir noch ein verlassenes Bauerndorf, oder Bauerhäuser hoch oben in den Hang hineingebaut. Schließlich erreichen wir das Hotel Villa Utsikten - das Hotel ist nicht gerade billig und die Zimmer sind klein und auch nicht gerade warm. Aber anscheinend zahlt man dort hauptsächlich für die Aussicht - und die Aussicht ist grandios. Zu jeder Tageszeit hat man einen tollen Blick auf den Fjord, auch in der Nacht, denn wirklich dunkel wird es im Juni nie! Am nächsten Morgen werde ich früh munter und entschließe mich zum Flydalsjuvet zu gehen, einem Aussichtspunkt der ca. 5 Gehminuten vom Hotel entfernt ist. Die Stimmung ist so idyllisch und die Sicht auf den Fjord einzigartig. Leider ist dieser Genuss nur von kurzer Dauer, denn nach ca. 20 Minuten taucht das erste Kreuzfahrtschiff auf und es legt sich ein Schleier aus Abgasen über den Fjord - ein Jammer - für die Touristen, die Einwohner und die Natur! Während wir Geiranger besichtigen entdecken wir, dass wir Dalsnibba sehen können, ergo dessen kann man auch von oben nach unten sehen. Daher nichts wie ins Auto und die Serpentinen hinauf, der letzte Rest der Straße ist eine Mautstraße. Oben angekommen sind wir fasziniert von der Landschaft: Total mystisch, wie sich die Nebelfetzen über den dunklen Steinen bewegen. Da schon wieder Nebel aufzieht, eile ich zum Geländer, um einen Blick auf den Geirangerfjord zu erhaschen. Ich habe noch Zeit diesen grandiosen Ausblick zu filmen, aber als Hannes endlich da ist, kann er gerade noch ein Foto schießen, bevor es zuzieht und zu schneien beginnt. Am Nachmittag buchen wir noch eine Ausflugsfahrt mit dem Schiff, um den Geirangerfjord auch vom Wasser aus zu erleben - es ist kalt, aber wir haben ja unsere Winterjacken an und die Hauben auf - sind also bestens gerüstet! Am Weg nach Alesund sind noch ein bis drei Besichtigungshighlights geplant. Der erste Fotostopp ist an der Adlerstraße (Ornesvingen), die Straße ist 8 km lang und schlängelt sich in 11 Serpentinen den Berg hinauf: der Geirangerfjord bei Sonne ist einfach wunderschön und man muss schon sagen, dass uns der Geirangerfjord von allen Fjorden am besten gefallen hat! Wir lassen den Geirangerfjord hinter uns, fahren am Eidsvatnet vorbei nach Eidstal und nehmen die Fähre nach Linge. Nach insgesamt 1 ½ Stunden kommen wir zum Gudbrandsjuvet - hier zwängt sich der Fluss Valldola durch eine enge Schlucht, schön zum Ansehen, aber da hier auch Busse haltmachen, sind auch sehr viele Touristen da. Die Landschaft ist auf der gesamten Strecke wunderschön, sodass wir immer wieder stehenbleiben um Fotos zu schießen. Eigentlich ist die Landschaft viel zu schön, um nur daran vorbei zu fahren. Sollten wir nochmals herkommen, werden wir Wanderungen einplanen, damit wir mehr Zeit haben die Landschaft zu genießen. Bei der Strecke Geiranger - Trollstigen handelt es sich wieder um eine „nasjonale turistveger“, also eine nationale Landschaftsroute von besonderer Schönheit, und den Namen verdient die Strecke zurecht. Bei den Trollstigen angekommen, gehen wir zuerst zu einer Art Aussichtsterrasse, die ist aber mehr oder weniger ins Nichts gebaut, sodass ich mit meiner Höhenangst nicht stehenbleiben kann und wieder sicheren Boden unter meinen Füßen suche. Hannes kann aber ein paar tolle Bilder von den Haarnadelkurven machen. Und kurz darauf ist es Zeit, dass wir diese Haarnadelkurven bezwingen. Einige Autos und vor allem ausländische Touristenbusse haben schon Schwierigkeiten, die Kurven in einem Ruck zu bewältigen, aber Hannes - als österreichischem Bergfex - bereitet es keine Probleme. Nach weiteren 2 Stunden Autofahrt kommen wir in Ålesund an. Die kommende Nacht verbringen wir im Quality Hotel Waterfront, zentral gelegen, modern eingerichtet, mit kleinen Zimmern. Alesund & Insel Runde Nun folgt eine kurze Stadtbesichtigung. Die Innenstadt von Ålesund ist im Jahr 1904 durch einen Brand fast völlig zerstört worden. Aufgebaut wurde sie wieder im Jugenstil und dieser ist an vielen Häuserfassaden zu erkennen.Wir bleiben hier nur für eine Nacht und fahren am nächsten Morgen zur Insel Runde, die uns als Vogelparadies beschrieben wurde. Nach zwei Stunden, in denen wir über unzählige Brücken von einer Insel zur andern fahren, erreichen wir Runde und unsere heutige Unterkunft, das Miljocenter. Obwohl wir wissen, dass die Papageitaucher - die möchten wir unbedingt sehen - meist gegen 20:00 Uhr vom Meer zurückkommen, entschließen wir uns bereits am frühen Nachmittag loszugehen, da der Wetterbericht für den Abend strömenden Regen vorhersagt. Der Weg auf den Berg ist unheimlich steil, oben angekommen wird es etwas flacher und anstatt Vögel finden wir Schafe. Naja, hoffentlich wird es noch besser. Am steilen Klippenrand sehen wir ein paar Leute, die wirklich am Rand der Klippen sitzen - ich kann gar nicht hinsehen, aber sie zeigen auf ein paar Papageitaucher, die wir wahrscheinlich ohne ihre Mithilfe nicht gesehen bzw. nicht bemerkt hätten. Und so freuen wir uns, wenigstens ein paar dieser außergewöhnlichen Vögel beobachten zu können. Der Abend ist regnerisch und so bleiben wir im Zimmer und machen uns einen gemütlichen Abend. Morgens stehen wir zeitig auf, weil wir hoffen, dass die Vögel vielleicht noch da sind, und begeben uns bereits zu Sonnenaufgang wieder auf den steilen Weg auf den Berg und zu den Klippen. Aber leider, wir sehen Raubmöwen und Basstölpel in weiter Entfernung, aber das war es dann auch schon. Da sich außerdem eine dunkelgraue Regenwolke nähert, beschließen wir den Ausflug zu Insel Runde zu beenden und nach Ålesund zurückzufahren, von wo wir abends um 19:00 mit der MS Finnmarken, einem Schiff der Hurtigruten, zu den Lofoten aufbrechen. Hurtigruten MS Finnmarken von Ålesund nach Stamsund/Lofoten Den Mietwagen haben wir zurückgegeben und nun fahren wir mit der MS Finnmarken von Ålesund auf die Lofoten, genauer gesagt nach Stamsund. Die MS Finnmarken ist ein Schiff der neueren Generation, mit Sauna und Whirlpool auf dem Oberdeck und eigentlich habe ich die gesamte Reise rund um dieses Schiff gebucht, da ich unbedingt mit der MS Finnmarken fahren wollte. Sauna und Whirlpool haben wir übrigens nicht benutzt, wir hatten einfach keine Lust. Diese Art der Postschiffreisen mit den Hurtigruten ist ja sehr bekannt - es sind öffentliche Verkehrsmittel, die Passagiere können an jedem Hafen ein- oder aussteigen. Nach unserer ersten Nacht an Bord, Hannes hat auf eine Minisuite aufgezahlt, damit wir in einem Doppelbett schlafen können, legt das Schiff in Trondheim an und wir nutzen die Zeit, um uns Trondheim anzusehen. Wer nicht rechtzeitig zurück an Bord ist hat Pech, das Schiff legt ohne ihn ab. Aber nachdem wir immer äußerst pünktlich sind, sind wir rechtzeitig vor Abfahrt an Bord. 2 Tage an Bord: die Landschaft vorbeiziehen lassen, ein Buch lesen, entspannen und natürlich Fotos schießen. Das gesamte Oberdeck ist mit riesigen Fenstern ausgestattet, vor denen jeweils Drehsofas stehen, sodass man wirklich den Rundumblick genießen kann. Abends fällt es schwer schlafen zu gehen, es ist noch schön hell und die Sicht auf die Landschaft ist nicht beeinträchtigt - da muss man sich schon losreißen. Den Wellengang spürt man kaum, man hört nur leise das Dröhnen der Motoren, das einen langsam in den Schlaf wiegt. Es ist faszinierend, wie knapp sich dieses riesige Schiff zwischen den Schären bewegt. Aber ehrlich gesagt, sind zwei Tage genug - eine Woche auf dem Schiff wäre uns wahrscheinlich zu langweilig. Wir haben auch noch nie so viele Menschen stricken gesehen! Es gibt zwar eine Art Unterhaltungsprogramm, wie z.B. die Taufe bei der Überschreitung des Polarkreises, oder einen Musiker der Gitarre spielt. Vieles ist auf älteres Publikum zugeschnitten, aber man muss ja nicht teilnehmen und so haben wir Zeit auch die bisherige Reise revue passieren zu lassen. Lofoten Als wir Stamsund ansteuern ist es stürmisch und starkt bewölkt. Wir übernehmen unseren kleinen VW Polo, den wir bei Avis gebucht haben, direkt an der Anlegestelle der Hurtigruten und fahren die 25 km nach Ramberg. Dort haben wir eine Hütte in der Ramberg Gjestegard für die nächsten 4 Nächte reserviert - die Hütte erweist sich als ziemlich klein und kalt, und unsere Stimmung ist, wahrscheinlich auch aufgrund des miesen Wetters, am Nullpunkt. Hannes dreht alle Heizungen auf die er finden kann und bereits nach kurzer Zeit ist es schön warm. Der Fisch im Restaurant der Gjestegard ist sehr gut, das Lamm von Hannes allerdings steinhart. Im „Kafe Friisgarden“ im Ramberg kann man übrigens auch gut essen. Der Wettergott ist uns wohlgesonnen, denn bereits am nächsten Tag scheint die Sonne und wir sind begeistert von dem herrlichen Sandstrand vor unserer Hütte! Am ersten Tag besichtigen wir Henningsvær, suchen Vögel im Naturpark Gimsøymyrene und fahren anschließend nach Nusfjord. Um Nusfjord besichtigen zu können bezahlen wir 5 € Eintritt pro Person, aber es zahlt sich aus - Nusfjord ist bezaubernd und aufgrund des Eintritts nicht überlaufen! Die ganzen Lofoten sind bezaubernd, wir bleiben ca. alle 100 m stehen, um zu fotografieren. Von Hamnøy sind wir begeistert und gönnen uns dort am nächsten Tag einen köstlichen Fischburger mit frischem Lachs bzw. Shrimps, bevor wir in Fredvang rund um einen See spazieren. Der Boden hier - wie übrigens in ganz Norwegen - ist so weich, dass man beim Gehen ca. 5 cm einsinkt. Lediglich von Å, dem letzten Ort auf den Lofoten sind wir nicht so begeistert, da er absolut überrannt ist. Wir sind aber glücklicherweise schon früh morgens dort und spazieren durch Å bevor die vielen Touristenbusse auftauchen. Die Tage sind einfach wunderschön, aber auch die Nächte könnten nicht schöner sein. Die Mitternachtssonne taucht den Strand von Ramberg und die umliegenden Berge in zauberhaftes, mystisches Licht und lässt uns glücklich zu Bett gehen. Norwegen hat uns begeistert, vor allem die Lofoten und die Landschaft um den Jostedalsbreen Nationalpark. Wir werden zweifelsohne wiederkommen - das ist nur eine Frage der Zeit!
Solvorn & Utne Husedalen & Latefossen Hardangervidda & Sognefjord Flamsbana & Naeroyfjord Gletscherzungen des Jostedalsbreen Gletscherzungen des Jostedalsbreen Geirangerfjord Zwischen Geirangerfjord und Adlerstigen Norwegens Küste Mit den Hurtigruten entlang der norwegischen Küste Bergen Panorama der Küste bei Fredvang/Lofoten traumhafte Lofoten Alesund & Insel Runde